THE ORIGIN OF THE TAROT FAIRIES

DER URSPRUNG DER TAROT FAIRIES

Die Tarot Fairies wandern schon seit Anbeginn der Zeit durch das Dickicht. Am Anfang war da ein Funke. Eine strahlend helle Manifestation eines sehr kraftvollen Gedankens. Wo kam dieser Gedanke her? Stammte er von einem anderen Wesen im Reich der Mystischen Garnlinge selbst? Nahm er seinen Ursprung in der Welt der Wanderer und überquerte eine der wenigen chaotischen Pforten, die zu jener Zeit existierten? Oder kam er gar von einem ganz anderen Ort? Niemand weiß es genau... nicht einmal die Ältesten im Tiefen Wald der Nacherzählten Geschichten können diese Fragen beantworten, und das, obwohl sie einen so großen Wissensfundus an Geschichten hüten. Ich persönlich vermute, dass die World Walkers es wissen könnten – aber wie es nun einmal ist, scheinen sie keinerlei Bestreben zu haben, es mir zu verraten.

Eines wissen wir jedoch mit absoluter Gewissheit: Jede Tarot Fairy wird aus einem solchen kraftvollen Gedanken geboren. Er formt ihr Aussehen, ihre Persönlichkeit und sogar ihr magisches Können. Durch gleichgesinnte Gedanken mögen sich ähnelnde Wesen manifestieren. Dennoch, genauso wie niemals zwei Gedanken exakt identisch sein können, wird man auch niemals im gesamten Dickicht oder darüber hinaus zwei Tarot Faires finden, die wie makellose Kopien voneinander aussehen. Und in meinen Augen ist dies die wundervollste und schönste Eigenschaft an den Wesen des Reiches der Mystischen Garnlinge.

Line art icon of a butterfly for the Tarot Fairies collection page of MyyaTales.

Meine allererste Begegnung mit einer Tarot Fairy trug sich an einem warmen Tag im Vorfrühling zu. Ich wanderte durch ein glitzerndes Feld aus weißem Schnee in den Flachen Bergen und genoss die ersten Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht, als mein Blick an einem winzigen Schneehügel hängen blieb, der von innen heraus zu leuchten schien. Neugierig ließ ich mich auf die Knie nieder, um einen genaueren Blick darauf zu werfen. Doch noch bevor meine Finger auch nur die erste Schicht des pulvrigen Schnees berühren konnten, wehte eine warme, sanfte Brise über den Hügel und gab eine funkelnde Blütenknospe frei. Jedes ihrer Blütenblätter hatte eine andere Farbe und war von glitzernden Fäden durchzogen. Die Blütenblätter öffneten sich langsam und enthüllten mit einem grellen Lichtblitz eine winzige Fee des Narren, noch in ihrer flügellosen Essenzform, deren Namen ich später als Felicia erfahren sollte. Sie war das unbeschwerteste und enthusiastischste Wesen, das mir je begegnet ist. Sie stellte mir eine neugierige Frage nach der anderen – angefangen dabei, warum der Himmel seine Farbe wechselt, bis hin zu meiner liebsten Baumrindenart. Nach unserer lebhaften Begegnung hüpfte sie mit großen Schritten davon, kicherte und hatte einen so aufgeregten Ausdruck im Gesicht, als könne sie das große Abenteuer, das vor ihr lag, kaum erwarten.

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Bei einer anderen Gelegenheit traf ich an einem der tiefen Flussbetten auf einen Zirkel aus regenbogenfarbenen Rinkos, den Feen des Schicksalsrads. Sie waren in einem perfekten Kreis aufgereiht und knüpften still und synchron vor sich hin ein Fischernetz, das eine ganze Baumkrone überspannen konnte. Ihr rhythmisches Weben der Fäden hatte einen hypnotischen Zauber und machte mich neugierig auf den Zweck des Netzes. Als ich mich der Gruppe näherte, blickten die Rinkos zeitgleich auf und lächelten mich zärtlich an. Es war ein angenehmes und warmes Lächeln, und doch waren ihre Blicke so tief, dass mir ein Schauer über den Rücken lief. Ich hatte das Gefühl, als könnten sie direkt in meine Seele blicken und dort Dinge sehen, die ich selbst nicht einmal erahnen konnte. Während ich mich in diesem leicht bizarren Moment verlor, beendeten ihre Hände die Arbeit. Sie schenkten mir ein letztes, kurzes Abschiedsnicken und erhoben sich in die Lüfte. Als ich ihnen nachsah, wie sie in den Himmel stiegen, wichen sie kein Stück von ihrer Position im perfekten Kreis ab. Sie positionierten sich genau über der Mitte des Flusses, sodass sich das Netz von einem Ufer zum anderen spannte. Wieder blieb ich staunend zurück. Was mochten sie nur im Schilde führen?

Genau in diesem Moment entstand über ihrem ausgebreiteten Netz ein Funke. Die vertrauten glitzernden Fäden einer neu geborenen Seele liefen zu einem magischen Lichtball zusammen, so hell, dass ich für eine Sekunde die Augen schließen musste. Als ich sie wieder öffnete, war eine riesige Fee des Schicksalsrads, dreimal so groß wie ihre Gefährtinnen, mitten ins Zentrum des Netzes herabgefallen. Sie trug denselben Gesichtsausdruck, den ich zuvor bei den anderen Feen gesehen hatte, und noch bevor ich überhaupt eine Frage formulieren konnte, war die gesamte Gruppe auch schon auf und davon.

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Dies war nicht das letzte Mal, dass ich Zeugin der Manifestation einer neuen Seele im Dickicht werden durfte, und gewiss waren auch nicht alle von ihnen so freundlich und wohlgesinnt. Das Reich der Mystischen Garnlinge ist voller wunderbarer Wesen und befindet sich in einem Zustand ständigen Wandels, geformt von den tiefen Gefühlen und dem Willen, die in diese allerersten Gedanken ihrer Schöpfung gelegt wurden. Jede neue Begegnung bringt neue Erfahrungen und Überraschungen mit sich. Ich freue mich schon darauf, wem ich morgen begegnen werde.

Myya

 

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